- Kenias Prüfungsbehörde KNEC verankert Schul- und Abschlusszeugnisse auf der Avalanche-Blockchain. Rund 15 Millionen Datensätze sind schon erfasst, am Ende sollen es 30 bis 35 Millionen sein.
- Arbeitgeber, Hochschulen und Behörden können Zeugnisse jetzt in Sekunden prüfen. Bisher dauerte das oft Wochen oder Monate.
- Für Avalanche ist es eines der größten Projekte mit einer Regierung. Der Kurs von AVAX liegt trotzdem weit unter dem Vorjahresniveau.
Kenia geht mit Blockchain gegen gefälschte Zeugnisse vor und stellt sein nationales Prüfungsarchiv auf Avalanche um. Damit wird ein afrikanischer Staat zu einem der größten öffentlichen Nutzer des Netzwerks.
Zeugnisse bis zurück ins Jahr 1989
Das Kenya National Examinations Council (KNEC) speichert Zeugnisse aus der Grundschule, der Sekundarstufe, aus Diplomstudiengängen und aus der Lehrerausbildung auf der C-Chain von Avalanche. Die ältesten Datensätze stammen aus dem Jahr 1989. Technisch umgesetzt wird das von der Plattform LegitDoc zusammen mit lokalen IT-Firmen. Fast eine Million KCSE-Abschlusszeugnisse aus dem Jahrgang 2025 gibt es schon in digitaler Form.

Gefälschte Zeugnisse sind in Kenia seit Jahren ein großes Problem. Jedes Jahr fliegen Tausende Fälschungen auf, oft erst nach der Einstellung im öffentlichen Dienst. Im April räumte die KNEC-Führung vor einem Ausschuss des Parlaments ein, dass ihr über zehn Jahre altes System Fälschungen kaum erkennt. Im Februar hatte Bildungsminister Julius Ogamba bereits digitale Zertifikate mit QR-Code eingeführt. Die Blockchain ist nun der nächste Schritt.
Behörden setzen zunehmend auf Avalanche
Kenia ist nicht der einzige Staat, der öffentliche Register auf Avalanche bringt. Bergen County im US-Bundesstaat New Jersey hat 2025 begonnen, Grundbuchdaten auf dem Netzwerk zu speichern. Wyoming hat seinen staatlichen Stablecoin FRNT unter anderem auf Avalanche herausgebracht. Avalanche wirbt gezielt um solche Kunden und stellt dafür eigene Subnets bereit, die regulierte Institutionen nach ihren Anforderungen einrichten können.
Neu ist die Idee von Zeugnissen auf der Blockchain nicht. Schon 2017 hat das MIT Abschlüsse über den offenen Standard Blockcerts ausgestellt. Dabei blieb es allerdings bei einzelnen Hochschulen. Kenia setzt das Verfahren jetzt für ein ganzes Land um. Die Regierung in Nairobi hat zuletzt auch den Kryptomarkt mit einem eigenen Gesetz für Anbieter digitaler Vermögenswerte reguliert.
