Ripple-Gründer wird Super-Reicher – doch was steckt wirklich hinter dem Geld?

Chris Larsen, Mitgründer von Ripple, gehört nun zu den 200 reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen stammt vor allem aus XRP-Beständen und Firmenanteilen – doch Kritiker sehen im Geschäftsmodell von Ripple ein Risiko.

  • Der Ripple-Mitgründer Chris Larsen hat laut Bloomberg ein Vermögen von rund 15,3 Milliarden US-Dollar erreicht. Damit gehört er zu den 200 reichsten Personen der Welt.
  • Grund dafür ist vor allem der starke Anstieg des Unternehmenswerts von Ripple und sein großer Bestand an XRP-Token.
  • Die neue Finanzierungsrunde in Höhe von 500 Millionen US-Dollar, an der unter anderem Fortress Investment Group und Citadel Securities beteiligt waren, hat Ripple auf 40 Milliarden US-Dollar bewertet.

Ripple profitiert von neuer Finanzierung

Ripple hat in den vergangenen Monaten stark von einem Stimmungswechsel in den USA profitiert. Die US-Börsenaufsicht SEC beendete im August den jahrelangen Rechtsstreit mit dem Unternehmen. Damit fiel ein großes Risiko weg, das Ripple und XRP lange belastet hatte. Kurz darauf folgte das neue Investment, das dem Unternehmen zusätzliche Mittel für Expansion und Produktentwicklung verschafft.

Larsen hält laut Berichten rund 18 % an Ripple sowie 2,7 Milliarden XRP-Token, die derzeit etwa 6,3 Milliarden US-Dollar wert sind. Zusammen mit anderen Vermögenswerten wie Immobilien und Beteiligungen ergibt sich die enorme Summe seines Gesamtvermögens. Ripple selbst bleibt weiterhin privat geführt. Eine Börsennotierung sei laut Unternehmenspräsidentin Monica Long „nicht geplant“.

Kritik am Geschäftsmodell von Ripple

Trotz der neuen Milliardenbewertung bleibt das Geschäftsmodell von Ripple umstritten. Die Firma erzielt ihre Einnahmen hauptsächlich, indem sie XRP-Tokens verkauft oder verwendet, um Partnerschaften und Liquidität für ihr Zahlungssystem zu fördern. Kritiker sehen darin eine Abhängigkeit vom eigenen Tokenkurs statt von echten Gewinnen aus Dienstleistungen oder Technologie.

Auch die Frage, wie viel Wertschöpfung tatsächlich durch die Nutzung von XRP entsteht, bleibt offen. Viele Banken, die ursprünglich RippleNet testeten, setzen inzwischen auf alternative Systeme, die ohne eigene Kryptowährung funktionieren. Der wachsende Reichtum von Chris Larsen wirft daher die Frage auf, ob dieser Erfolg durch unternehmerische Leistung oder vor allem durch geschickte Kapitalverwertung in einem volatilen Markt entstanden ist. Zuletzt verkaufte er wieder XRP im Wert von 120 Millionen US-Dollar.

Zudem bleibt unklar, ob Ripple langfristig mehr ist als ein Finanzunternehmen, das den Handel mit dem eigenen Token am Leben hält. Für Anleger ist wichtig zu verstehen, dass ein steigender XRP-Kurs nicht automatisch bedeutet, dass Ripple als Firma profitabler wird.

Insgesamt zeigt Larsens Aufstieg, wie stark sich Kryptovermögen auf die globale Reichenliste auswirken kann – gleichzeitig aber auch, wie eng solche Erfolge mit der Akzeptanz und dem Vertrauen in digitale Assets verbunden bleiben.

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Vincent Bruns

Vincent Bruns ist der Gründer von Krypto Online. Er hat bereits für mehrere Krypto- und Finanzportale wie Bitcoin2Go und Finanzwissen.de als Autor und Social Media Manager gearbeitet und konnte seine Begeisterung über Kryptowährungen zum Beruf machen. Krypto Online hat er im Juli 2020 gegründet. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und mittlerweile als digitaler Nomade aus Deutschland ausgewandert, um seine persönliche Freiheit zu maximieren.