- In den letzten Tagen geriet die Kryptobörse MEXC stark unter Druck.
- Der Grund: Ein Trader mit dem Pseudonym »The White Whale« hatte öffentlich gemacht, dass rund 3 Millionen US-Dollar auf seinem MEXC-Konto eingefroren worden seien.
- Nach monatelanger Auseinandersetzung gab die Börse das Geld wieder frei und entschuldigte sich, doch nun kommen viele weitere Fälle ans Tageslicht, in denen ebenfalls Accounts gesperrt wurden.
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Der Streit zwischen MEXC und »The White Whale«
Im Juli 2025 sperrte MEXC das Konto des Traders und begründete dies mit internen »Risikokontrollregeln«. Diese Regeln sollen verdächtige Handelsaktivitäten erkennen und Geldwäsche verhindern. Der betroffene Trader widersprach und erklärte, dass alle Transaktionen legitim gewesen seien. Daraufhin startete er eine Social-Media-Kampagne, um auf den Fall aufmerksam zu machen.
Im November 2025 meldete sich MEXC öffentlich zu Wort. Die Strategiechefin Cecilia Hsueh schrieb auf der Plattform X, das Unternehmen habe den Fall »falsch gehandhabt« und das Geld sei inzwischen freigegeben. Der Trader reagierte zwar erleichtert, kritisierte aber, dass die Entschuldigung nicht konkret auf die Anschuldigungen einging. Er forderte außerdem mehr Transparenz und will laut eigenen Angaben anderen betroffenen Nutzern helfen, ihre Gelder zurückzuerhalten. Zudem kritisierte er, dass der MEXC-Gründer anonym ist, und unterstellt dem Unternehmen bösartige Praktiken.
Viele in der Krypto-Community sehen den Fall als Beispiel dafür, wie schwer es Einzelpersonen haben, wenn eine Krypto-Börse Gelder einfriert. Auf Reddit kommentierte ein Nutzer:
»Normale Trader hätten keine Chance gehabt. Ohne den öffentlichen Druck wäre das Geld wohl nie freigegeben worden.«
Vertrauen in MEXC weiter erschüttert
Nach dem Vorfall zogen zahlreiche Nutzer ihre Gelder von MEXC ab. On-Chain-Analysten meldeten, dass innerhalb von 24 Stunden über 2 Milliarden US-Dollar erfolgt seien. Auch viele weitere Berichte über weitere eingefrorene Konten machten die Runde. Einige Beobachter zogen Parallelen zu früheren Zusammenbrüchen von Börsen wie FTX oder Celsius, bei denen ebenfalls zunächst Entwarnung gegeben wurde, bevor es zu massiven Verlusten kam.
MEXC weist die Vorwürfe zurück. In einem offiziellen Statement betonte die Börse, dass alle Nutzervermögen vollständig gedeckt seien. Eine neue Version des »Proof of Reserves« – also einer Nachweisprüfung über vorhandene Guthaben – soll Transparenz schaffen. Laut MEXC seien alle großen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und USDT zu über 100 % hinterlegt. Den Tradern mit gesperrten Konten hilft dies jedoch wenig.
Vor allem deshalb bleibt die Skepsis groß. Viele Nutzer fragen sich, ob sie ihr Kapital auf MEXC noch sicher wissen können. Der Fall zeigt erneut, wie wichtig Selbstverwahrung ist: Wer seine Coins selbst aufbewahrt, behält die Kontrolle. In der Kryptoszene gilt nach wie vor das Prinzip: »Not your keys, not your coins.«
Der Vorfall um MEXC ist damit mehr als nur ein Einzelfall – er ist ein Weckruf für alle, die Kryptowährungen auf Börsen und vor allem auf MEXC liegen lassen.
