- Coinbase steht kurz davor, das britische Fintech-Unternehmen BVNK zu übernehmen. Der Kaufpreis soll bei etwa 2 Milliarden US-Dollar liegen. Ziel ist es, die eigene Position im wachsenden Stablecoin-Markt zu stärken.
- Stablecoins sind digitale Währungen, die an stabile Werte wie den US-Dollar gekoppelt sind. Sie sollen schnelle und sichere Zahlungen im Internet ermöglichen.
- Die Übernahme könnte bis Ende 2025 oder Anfang 2026 abgeschlossen werden. Noch befindet sich der Deal in der sogenannten Due-Diligence-Phase, in der alle rechtlichen und finanziellen Details geprüft werden.
Update vom 11.11.2025: Coinbase hat seine geplante Übernahme des britischen Fintech-Unternehmens BVNK im Wert von rund 2 Milliarden US-Dollar überraschend abgesagt. Damit endet eines der größten geplanten Deals im Stablecoin-Sektor, während BVNK nun offen für neue Interessenten bleibt.
Hintergrund zur geplanten Übernahme
BVNK ist ein Unternehmen aus London, das Zahlungsinfrastruktur für Stablecoins anbietet. Es hilft Firmen, digitale Währungen in bestehende Bankensysteme zu integrieren. Die Krypto-Börse Coinbase war über seinen Investmentarm „Coinbase Ventures“ schon früh bei BVNK beteiligt. Diese Verbindung erleichtert nun die Verhandlungen über den Kauf.
Mit der Übernahme möchte Coinbase seine Infrastruktur für digitale Zahlungen erweitern. Die Plattform könnte so künftig nicht nur Kryptowährungen handeln, sondern auch Stablecoin-basierte Zahlungen in größerem Umfang abwickeln. Für Coinbase wäre das ein wichtiger Schritt, um stärker im internationalen Zahlungsverkehr vertreten zu sein.
Laut Berichten von Bloomberg passt der Plan zu einer breiteren Bewegung im Fintech-Bereich. Auch andere Firmen wie Stripe haben 2025 in ähnliche Stablecoin-Unternehmen investiert. Der Kauf von BVNK wäre daher Teil eines größeren Trends, bei dem klassische Finanzdienstleister und Kryptofirmen enger zusammenwachsen.
Auswirkungen auf den Stablecoin-Markt
Die Übernahme könnte direkte Folgen für den Stablecoin USDC haben, der eng mit Coinbase verbunden ist. USDC ist derzeit einer der größten Stablecoins mit einer Marktkapitalisierung von rund 75 Milliarden US-Dollar.
Wenn Coinbase durch BVNK Zugang zu mehr Bankpartnern und Lizenzen bekommt, könnte das die Nutzung von USDC weltweit erleichtern. Unternehmen könnten Stablecoins dann einfacher für Zahlungen oder internationale Transfers einsetzen. Zuletzt hatte Coinbase bereits bekanntgegeben, dass eine Partnerschaft mit der Citi-Bank eingegangen wurde.
Zugleich wächst das Interesse von Behörden an diesem Markt. Stablecoins gelten zunehmend als wichtiges Bindeglied zwischen traditionellem Geldsystem und Blockchain-Technologie. Eine engere Verbindung von Coinbase und BVNK dürfte daher auch neue Fragen zur Regulierung aufwerfen. Insbesondere in Europa könnten Aufsichtsbehörden genau prüfen, wie solche Systeme kontrolliert werden.
Für den Kryptomarkt insgesamt zeigt die geplante Übernahme, dass große Akteure verstärkt auf langfristige Infrastruktur setzen. Nicht mehr nur Handel und Spekulation stehen im Mittelpunkt, sondern der Aufbau eines funktionierenden Finanzsystems auf Blockchain-Basis. Wenn der Deal gelingt, könnte Coinbase zu einem zentralen Anbieter für digitale Zahlungen werden – weit über den bisherigen Krypto-Handel hinaus.
