Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 % bis 4,00 % gesenkt. Gleichzeitig erzielten US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping ein Handelsabkommen, das die Spannungen zwischen beiden Staaten abmildern soll. Dennoch blieb die Reaktion auf den Kryptomarkt verhalten: Der Kurs von Bitcoin fiel unter 108.000 US-Dollar.
Handelsdeal Trump und Xi: die Auswirkungen
Bei einem Gipfeltreffen in Südkorea einigten sich Trump und Xi auf eine einjährige Vereinbarung. China will Exportkontrollen für sogenannte seltene Erden (wichtige Rohstoffe für High-Tech und Verteidigung) aussetzen und im Gegenzug senkte die USA Zölle auf chinesische Waren. Darüber hinaus verpflichtete sich China zu größeren Käufen amerikanischer Sojabohnen und anderen Agrarprodukten.
Diese Vereinbarung könnte langfristig den globalen Handel und damit auch Risikoanlagen beeinflussen. Allerdings dominierte im aktuellen Moment die Vorsicht: Märkte hatten viele dieser Maßnahmen bereits antizipiert und sahen keine klaren kurzfristigen Impulse.
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Uneinigkeit in der Fed: Zinssenkung und Ende von QT spalten Entscheidungsträger
Die Federal Reserve hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt – auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 %. Zugleich kündigte sie an, ab dem 1. Dezember das sogenannte Quantitative Tightening (QT) zu beenden.
Das bedeutet: Die Fed stoppt den Bilanzabbau (QT), also sie reduziert ihre Bestände nicht weiter. Auslaufende Anleihen werden reinvestiert, vor allem in kurzfristige Treasury Bills. Dadurch fließt dem Markt indirekt wieder etwas Liquidität zu, weil weniger Kapital durch die Fed „aufgesogen“ wird.
Doch im Entscheidungsgremium der Fed, dem Federal Open Market Committee (FOMC), herrschte keine Einigkeit. Ein Mitglied stimmte für eine stärkere Zinssenkung um 50 Basispunkte, ein anderes wollte überhaupt keine Veränderung. Diese Spaltung zeigt, wie unsicher die Lage eingeschätzt wird.
Fed-Chef Jerome Powell betonte nach der Sitzung, dass weitere Zinssenkungen im Dezember nicht garantiert seien. Er sprach von einem »datenabhängigen Kurs« und verwies auf Risiken durch schwächere Konjunktur und unklare Inflationsentwicklung. Das zurückhaltende Signal dämpfte die Erwartungen der Märkte – und trug dazu bei, dass sich Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht erholen konnten.
Bitcoin: Charttechnik, Liquidität und Rücksetzergefahr
Nach der Zinssenkung fiel der Bitcoin-Kurs unter 108.000 US-Dollar. Technische Analysen weisen auf einen Unterstützungsbereich bei etwa 102.000 bis 100.000 US-Dollar hin. Wird dieser durchbrochen, könnte laut den Modellen ein Rückfall bis auf etwa 93.000 US-Dollar folgen.
Die Chartformation „symmetrisches Dreieck“ wurde nach unten verlassen, was als Verkaufssignal gilt. Auch der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt nahe bei 30, was auf Überverkauftheit hinweist – jedoch nicht automatisch eine schnelle Umkehr.

Kurz gesagt: Zwar gibt es positive Rahmenbedingungen (Handelsdeal, mehr Liquidität), aber technisch und psychologisch steht Bitcoin derzeit unter Druck – die Marke von 93 000 US-Dollar ist eine relevante Warnzone.
