Krypto-Steuern: Deutsche Politiker wollen noch tiefer in die Taschen greifen

Der Grünen-Politiker Max Lucks fordert im Bundestag, die Steuerfreiheit für Krypto-Gewinne abzuschaffen. Gewinne aus Bitcoin und anderen digitalen Währungen sollen künftig immer versteuert werden – unabhängig von der Haltedauer. Er spricht von einer „Kryptolücke“, die den Staat Milliarden koste und das Steuersystem ungerecht mache.

  • Im Bundestag sorgt eine Rede des Grünen-Abgeordneten Max Lucks für Diskussion. Er fordert, dass Gewinne aus Kryptowährungen künftig immer versteuert werden, auch wenn sie länger als ein Jahr gehalten wurden.
  • Seiner Meinung nach ist es unfair, dass Anleger bei Bitcoin oder Ethereum nach Ablauf der Haltefrist steuerfrei profitieren können, während Kapitalerträge aus Aktien oder Zinsen stets besteuert werden.

Was Lucks kritisiert

Lucks verwies in seiner Rede auf Berechnungen, wonach in Deutschland im Jahr 2024 rund 47 Milliarden Euro Gewinne mit Kryptowerten erzielt wurden, davon aber nur ein Bruchteil tatsächlich steuerpflichtig war.

Er brachte ein Beispiel: Eine Pflegekraft mit einem Monatseinkommen von etwa 3.500 Euro brutto habe nach Steuern rund 2.300 Euro übrig, während jemand, der mit Kryptowährungen eine Million Euro Gewinn nach 366 Tagen realisiert, keine Steuern zahlt. Für Lucks ist klar: Diese sogenannte Kryptolücke kostet den Staat Milliarden, sie sei ungerecht und müsse beendet werden.

Im entsprechenden Antrag im Bundestag machte er deutlich, dass die bestehende Ausnahmeregelung zur Steuerfreiheit nach der einjährigen Haltefrist abgeschafft werden sollte. Gewinne aus dem Handel mit digitalen Vermögenswerten sollten seiner Ansicht nach steuerlich genauso behandelt werden wie klassische Kapitalerträge.

Hintergrund und Ausblick

Die Diskussion fand im Rahmen der Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8 statt. Diese verpflichtet Krypto-Börsen ab 2026, Transaktionen ihrer Nutzer an die Finanzbehörden zu melden. Immer mehr Nutzer aus der EU wechseln daher zu No-KYC-Börsen. Die neue Richtlinie schafft Transparenz, ändert aber nichts an der bestehenden Steuerregelung, was Politikern der Linken, Grünen und SPD nicht gefällt.

Die AfD wirft der Bundesregierung „Gier auf riesige Steuereinnahmen“ vor. „Bitte regen Sie sich nie wieder über autokratische Staaten auf. Sie sind nicht besser“, äußerte sich Jörn König (AfD) zu der Debatte.

Lucks fordert nun, diese Lücke zu schließen. Gewinne aus Kryptowährungen sollen künftig unter die Kapitalertragssteuer fallen, unabhängig von der Haltedauer. Das würde bedeuten, dass auch langfristige Anleger Krypto-Steuern in Deutschland zahlen müssten.

Befürworter argumentieren, dass so mehr Gerechtigkeit im Steuersystem entstehe. Kritiker hingegen halten dagegen, dass Anleger ihre Kryptowährungen meist mit bereits versteuertem Geld kaufen. Eine weitere Besteuerung sei daher doppelt belastend. Die Pflegekraft aus dem Beispiel von Lucks müsste dadurch ebenfalls zusätzliche Steuern zahlen, falls sich die eigenen Investments rentiert haben.

Die Bundesregierung hat das Thema bislang nicht aufgegriffen, doch die Forderung von Max Lucks hat die Debatte um die Zukunft der Krypto-Besteuerung neu entfacht. Da Einwohner Deutschlands bereits Weltmeister im Hinblick auf Steuerzahlungen sind, stellt sich die Frage, ob nicht Steuersenkungen in Bereichen der Kapitalertrags- oder Einkommensteuer der nächste logische Schritt wären.

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Vincent Bruns

Vincent Bruns ist der Gründer von Krypto Online. Er hat bereits für mehrere Krypto- und Finanzportale wie Bitcoin2Go und Finanzwissen.de als Autor und Social Media Manager gearbeitet und konnte seine Begeisterung über Kryptowährungen zum Beruf machen. Krypto Online hat er im Juli 2020 gegründet. Er ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und mittlerweile als digitaler Nomade aus Deutschland ausgewandert, um seine persönliche Freiheit zu maximieren.

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