- Die Diskussion um ein mögliches Tief im Kryptomarkt sorgt derzeit für viel Bewegung. Viele Nutzer sprechen in sozialen Netzwerken davon, dass Bitcoin seinen Tiefpunkt erreicht habe.
- Doch laut der Analyseplattform Santiment ist diese Annahme riskant. Ein Markttief entsteht selten in Momenten, in denen viele Menschen fest davon ausgehen. Gerade Anfänger sollten verstehen, wie Stimmungen in sozialen Netzwerken Kurse beeinflussen können.
- Marktphasen mit großer Unsicherheit sind komplex. Es hilft, einfache Daten und klare Muster zu beachten, statt sich auf Gefühle zu verlassen. Die aktuelle Debatte rund um die Bitcoin-Kurse, ETF-Abflüsse und öffentliche Kommentare bekannter Persönlichkeiten zeigt, wie stark Psychologie den Markt steuern kann.
Stimmung kann Anleger oft in die falsche Richtung führen
Santiment weist darauf hin, dass eine echte Bodenbildung oft in Zeiten stattfindet, in denen die Mehrheit mit weiteren Verlusten rechnet. Wenn aber viele gleichzeitig ein Tief ausrufen, steigt das Risiko eines erneuten Kursrückgangs. Dieses Verhalten ist ein bekanntes Muster im Finanzmarkt. Anleger orientieren sich häufig an der Stimmung anderer, statt an Daten. Genau das kann für große Schwankungen sorgen.
Zuletzt fiel Bitcoin unter 95.000 US-Dollar. Grund dafür waren auch Kursverluste bei großen Technologieaktien. Die fehlenden Wirtschaftsdaten durch den US-Government-Shutdown sorgen für Unsicherheit. Viele Kommentare in sozialen Netzwerken deuteten darauf hin, dass dies der Tiefpunkt für den Markt sei. Santiment sieht das kritisch und verweist auf frühere Marktphasen, in denen ähnliche Signale zu weiteren Rückgängen geführt haben.
Obwohl viele Trader derzeit von einer Bodenbildung sprechen, ist die Stimmung auf Social Media enorm schlecht. Die Menge positiver Kommentare zu Bitcoin ist auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen.

Viele Nutzer suchen nach einfachen Erklärungen. Einige machen den Strategy-Vorsitzenden Michael Saylor für die Kursbewegungen verantwortlich, was zu vielen Erwähnungen seines Namens führte. Saylor erklärte jedoch in einem Interview, dass sein Unternehmen keine Bitcoin-Bestände verkauft habe.
Hauptsächlich ist jedoch vermutlich die fehlende Datenlage in den USA schuld am Abverkauf der Märkte. Es liegen keine aktuellen Daten zum Arbeitsmarkt und zur Inflation vor. Das sind derzeit Unsicherheiten, die dem Markt nicht gefallen.
ETF-Abflüsse zeigen eine zweite Seite des Marktes
Ein weiterer wichtiger Faktor sind die starken Abflüsse aus US-Spot-Bitcoin-ETFs. Ein Spot-ETF hält Bitcoin direkt. Große Abflüsse können ein Zeichen für Nervosität sein. Santiment weist darauf hin, dass starke Zuflüsse in der Vergangenheit oft Kurs-Hochs markierten. Große Abflüsse dagegen traten häufig in Phasen auf, in denen Anleger Angst hatten. Das kann ein Signal für eine mögliche Erholung sein.

Allein am Donnerstag waren es 866 Millionen US-Dollar. Viele Anleger deuten das als Unsicherheit. Andere sehen darin eine Chance, günstig Bitcoin kaufen zu können, da der Markt oft dann dreht, wenn die Stimmung besonders schlecht ist. Trotz dieser Daten bleiben Marktteilnehmer wie Arthur Hayes und Tom Lee bei hohen Kurszielen. Beide rechnen weiter mit einem Anstieg von Bitcoin auf bis zu 200.000 US-Dollar.
