- Open Interest zeigt, wie viele offene Futures-Positionen aktuell bestehen.
- Steigendes Open Interest bedeutet mehr Kapital im Markt und oft stärkere Trends.
- Die Kombination aus Open Interest, Kursbewegung und Volumen zeigt, ob ein Trend stabil oder fragil ist.
Open Interest (auch OI genannt) ist damit eine Art Blick hinter die Kulissen des Marktes. Es verrät, wie viel Geld wirklich im Spiel ist und ob Trader gerade Positionen auf- oder abbauen. In Verbindung mit dem Kursverlauf lässt sich daraus oft ableiten, ob ein Trend Kraft hat oder eher Richtung Trendwende kippt.
Grundlagen von Open Interest
Open Interest beschreibt die Gesamtzahl aller offenen Futures– und Perpetual-Positionen, die noch nicht geschlossen oder glattgestellt wurden. Dieser Wert zeigt, wie viel Kapital aktiv im Markt gebunden ist.
Je höher das Open Interest, desto mehr Marktteilnehmer sind gerade mit offenen Positionen engagiert. Dadurch entsteht ein klarer Eindruck davon, wie groß das Interesse am laufenden Marktgeschehen ist. Der Wert verändert sich ständig, weil Trader Positionen eröffnen, schließen oder gegeneinander verrechnen. Viele nutzen diese Kennzahl, um besser einschätzen zu können, ob ein Markt stabil, impulsiv oder eher träge ist.

Definition und Bedeutung
Open Interest steht für die Menge aller aktiven Futures-Kontrakte. Ein Kontrakt entsteht immer dann, wenn zwei Trader eine neue Position eröffnen: ein Käufer und ein Verkäufer.
Das Open Interest steigt also, wenn Positionen neu eröffnet werden, und sinkt, wenn Positionen geschlossen oder gegeneinander ausgeglichen werden. Die Kennzahl liefert Hinweise darauf, wie stark die Marktteilnehmer aktuell engagiert sind. Ein steigendes Open Interest kann auf zunehmende Marktaktivität oder neue Trends hindeuten. Ein fallendes Open Interest weist dagegen oft auf weniger Teilnahme oder eine Phase der Zurückhaltung hin.
Kurz erklärt:
- Open Interest steigt: neue Positionen kommen in den Markt
- Open Interest fällt: bestehende Positionen werden geschlossen
- Open Interest bleibt stabil: wenig Veränderungen im Handelsinteresse
Unterschied zu Handelsvolumen
Open Interest und Handelsvolumen werden häufig verwechselt, beschreiben aber zwei verschiedene Dinge. Das Handelsvolumen zeigt, wie viele Kontrakte in einem bestimmten Zeitraum gehandelt wurden. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Positionen neu eröffnet oder nur zwischen zwei Tradern übertragen wurden. Das Open Interest misst dagegen nicht die Aktivität im Zeitfenster, sondern die Anzahl der noch offenen Positionen.
Eine kleine Übersicht macht den Unterschied deutlich:
| Kennzahl | Was sie misst | Wofür sie genutzt wird |
|---|---|---|
| Open Interest | Anzahl aller offenen Kontrakte | Marktpositionierung, Trendstärke |
| Handelsvolumen | Anzahl der gehandelten Kontrakte in einem Zeitraum | Aktivität und Liquidität im Markt |
Beide Werte ergänzen sich gut. Ein steigender Kurs mit hohem Volumen und wachsendem Open Interest spricht für einen aktiven, stabilen Trend. Ein Kursanstieg mit sinkendem Volumen und fallendem Open Interest deutet dagegen eher auf Schwäche hin.
Open Interest als Marktindikator
Open Interest wird häufig genutzt, um die Kraft und Richtung eines Marktes besser einschätzen zu können. Die Kennzahl zeigt, wie viele Trader aktiv im Markt positioniert sind und ob frisches Kapital in Futures- oder Perpetual-Positionen fließt. Je nach Entwicklung kann Open Interest auf starke Trends, auf mögliche Trendwechsel oder auf Phasen geringer Aktivität hinweisen. Für viele Trader gehört diese Kennzahl deshalb zu den wichtigsten Werkzeugen, um Marktstimmung und Risiko einzuschätzen.

Open Interest entfaltet seine Aussagekraft erst im Zusammenspiel mit Kursverlauf und Handelsvolumen. Ein steigender Kurs mit hohem Volumen und wachsendem Open Interest deutet auf einen kräftigen Trend hin, der von vielen Tradern unterstützt wird. Ein steigender Kurs bei fallendem Open Interest kann dagegen darauf hinweisen, dass Positionen geschlossen werden und der Trend weniger stabil ist.
Auch umgekehrt gilt: Ein fallender Kurs mit wachsendem Open Interest zeigt oft, dass sich immer mehr Trader gegen den Trend positionieren oder neue Short-Positionen eröffnen. Ein fallender Kurs bei sinkendem Open Interest bedeutet dagegen, dass der Abwärtstrend an Stärke verliert. Durch die Kombination dieser drei Kennzahlen lassen sich Marktphasen klarer einordnen und mögliche Wendepunkte besser erkennen.
Bitcoin Open Interest Daten einsehen
Das Bitcoin Open Interest lässt sich auf Plattformen wie Coinalyze, Binance Futures, Bybit, Deribit oder TradingView anzeigen.
Ich nutze gerne Coinalyze, weil dort alle wichtigen Kennzahlen in einer Ansicht zusammengefasst werden. Auf der Startseite wählst du einfach BTC au und anschließend zeigt dir die Plattform das gesamte Open Interest für Futures und Perpetual-Kontrakte. Du kannst dort aber natürlich auch das Open Interest für alle möglichen Altcoins einsehen.
Zusätzlich bekommst du Informationen zu Veränderungen in den letzten 24 Stunden und den Anteil der Krypto-Börsen am gesamten Open Interest. Diese Daten helfen dabei zu sehen, ob viel Kapital im Markt gebunden ist oder ob Trader Positionen abbauen. Ein Blick auf die Verteilung nach Börsen zeigt außerdem, wo die größten Positionen liegen und welche Plattformen besonders aktiv genutzt werden.

Unter dem ersten Block findest du den BTC Open Interest Chart, der Preisentwicklung und OI nebeneinander darstellt. Dadurch kannst du direkt erkennen, wie sich das Open Interest während bestimmter Kursbewegungen verändert.
Die farbigen Balken über den Börsen zeigen außerdem, welche Plattform den größten Anteil am gesamten Open Interest hält. Bei großen Werten auf einer einzelnen Börse kann es schneller zu starken Bewegungen kommen, wenn viele Positionen in die gleiche Richtung laufen.
Für eine genaue Analyse kannst du zusätzlich den unteren OI-Indikator nutzen. Dort siehst du das aggregierte Open Interest aller Börsen kombiniert in einem eigenen Chart. Diese Übersicht eignet sich gut, um Schwankungen im Gesamtmarkt zu erkennen, ohne einzelne Handelsplätze vergleichen zu müssen.
Open Interest richtig nutzen
Open Interest hilft dabei, Marktphasen besser einzuordnen. Die Kennzahl zeigt, wie viel Kapital im Markt aktiv ist und wie stark Trader engagiert bleiben. Dadurch lassen sich Trends besser bewerten, Risiken klarer erkennen und schnelle Marktbewegungen besser einordnen.
Analyse für Trendbestätigung
Open Interest zeigt, ob ein Trend unterstützt wird. Steigt der Kurs und es kommen neue Positionen dazu, deutet das auf einen stabilen Trend hin. Bleibt das OI dagegen flach oder nimmt ab, kann eine Bewegung an Kraft verlieren.
Wichtige Hinweise:
- Steigendes OI + steigender Kurs → Trend bekommt Unterstützung
- Gleichbleibendes OI + steigender Kurs → Bewegung kann auslaufen
- Fallendes OI + steigender Kurs → eher schwacher Trend
Nutzung für Risiko- und Positionsmanagement
Open Interest macht sichtbar, wie „beladen“ ein Markt ist. Viele offene Positionen bedeuten oft stärkere und schnellere Bewegungen. Wenige offene Positionen deuten auf Ruhe und geringeres Risiko hin.
Hilfreich für Trader:
- OI hoch → Markt kann volatiler reagieren
- OI niedrig → weniger starke Ausschläge
- OI im schnellen Aufbau → besser auf Stops und Hebel achten
Rolle bei Futures und Perpetuals
Open Interest zeigt, wie aktiv Trader Futures- oder Perpetual-Positionen nutzen. Neue Kontrakte erhöhen das OI, geschlossene Positionen verringern es. Dadurch lässt sich gut erkennen, ob Kapital in den Markt hinein- oder herausfließt.
Kurz erklärt:
- OI steigt → neue Kontrakte entstehen
- OI fällt → Positionen werden geschlossen
- OI stabil → wenig Veränderung im Markt
Einfluss auf Liquidationen und Volatilität
Viele offene Positionen können den Markt anfälliger für Liquidationen machen. Je mehr Kontrakte aktiv sind, desto schneller können starke Bewegungen ausgelöst werden. Bei geringem OI fällt dieser Effekt schwächer aus.
Kurze Orientierung:
- OI hoch → Liquidationen wahrscheinlicher
- OI im schnellen Aufbau → Markt oft sensibler
- OI niedrig → weniger Druck, geringere Volatilität
Häufige Fragen (FAQ) zu Open Interest
In diesem Abschnitt beantworten wir die wichtigsten und häufigsten Fragen zu Open Interest.
Bitcoin Open Interest zeigt, wie viele Futures- und Perpetual-Positionen aktuell offen sind. Die Kennzahl macht sichtbar, wie viel Kapital im Markt gebunden ist und wie aktiv Trader gerade handeln.
Ein hohes Open Interest zeigt, dass viele Positionen gleichzeitig aktiv sind. Dadurch ist mehr Kapital im Markt, was oft zu stärkeren Bewegungen führen kann.
Ein hohes Open Interest ist weder gut noch schlecht, sondern ein Hinweis auf hohe Marktaktivität. Es kann starke Trends unterstützen, aber auch das Risiko für schnelle Ausschläge und Liquidationen erhöhen.
Open Interest zeigt, ob Trader Positionen auf- oder abbauen und wie engagiert der Markt ist. Dadurch lässt sich besser einschätzen, ob Trends Kraft haben oder ob weniger Beteiligung im Markt vorhanden ist.
